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NEFI_Lab Dekarboni­sierungs­­szenarien

Die NEFI_Lab Dekarbonisierungsszenarien geben mithilfe von technologieaufgelösten Analysen Impulse, an welchen Stellen in der österreichischen Industrielandschaft Projekte platziert werden sollten und welche Strategien und Maßnahmen zur Dekarbonisierung des industriellen Energiesystems ergriffen werden könnten. Folgende Szenarienpfade werden untersucht:

Schematische Darstellung der NEFI_Lab Szenarien

„Business-As-Usual“ (BAU)

Das Trendszenario „BAU“ zeichnet sich durch eine weitgehende Extrapolation aktueller Trends und Technologien im Betrachtungszeitraum bis 2050. Daraus werden in weiterer Folge die Entwicklung der CO₂-Emissionen und des industriellen Gesamtenergiebedarfs je Sektor abgeleitet.

„Pathway of Industry“ (POI)

Das Szenario „POI“ geht aus einem eng abgestimmten Dialog mit Vertretern aus Leitbetrieben der industriellen Subsektoren hervor und bildet eine regelmäßig aktualisierte Selbsteinschätzung der Industrie bis zum Jahr 2030 ab. Anhand von kurz- bis mittelfristig verfügbaren „Best Available Technologies“ sowie „Breakthrough Technologies“ wird diese Einschätzung in der Folge bis 2050 extrapoliert. Die Industrieperspektive, die das Szenario „POI“ abbildet, ermöglicht es, im Vergleich mit dem gewünschten Dekarbonisierungspfad (Szenario „ZEM“) jene techno-ökonomischen bzw. regulatorischen Hürden zu identifizieren und zu quantifizieren, die überwunden werden müssen, um die industrielle Energiewende in Österreich umsetzen zu können.

„Zero Emission“ (ZEM)

Das Szenario „ZEM“ repräsentiert umfangreiche und ambitionierte Maßnahmen, mithilfe derer eine vollständige Dekarbonisierung des industriellen Energiesystems bis 2050 möglich ist. Mittels „Backcasting“ wird ein möglicher Transformationspfad für die österreichische Industrie aufgezeigt, wobei neben technologischen, auch sozio-ökonomische und infrastrukturelle Parameter miteinbezogen werden.

Nähere Infos zu den Dekarbonisierungsszenarien (PDF-Datei auf Englisch).

Entwicklung der absoluten und spezifischen CO₂-Emissionen der Primär-Stahlerzeugung in den Szenarien „BAU“, „POI", „ZEM“ © NEFI

Beispielgebend für die aus der engen Abstimmung mit den industriellen Stakeholdern resultierenden Szenarioergebnisse dient die in Abbildung 2 präsentierte Primär-Stahlerzeugung. Während im Szenario „ZEM“ die traditionelle Hochofenroute des integrierten Stahlwerks graduell durch ein Direktreduktionsverfahren auf Wasserstoffbasis und Elektrolichtbogenofen ersetzt wird, wird im Szenario „POI“ nach intensivem Austausch mit den industriellen Stakeholdern davon ausgegangen, dass die für den vollständigen Betrieb mit erneuerbarem H2 benötigte Energieinfrastruktur mit den heute absehbaren Rahmenbedingungen im Jahr 2050 noch nicht vollständig zur Verfügung stehen wird und so vermehrt mittels CH4 reduziert wird.

Neben der Identifikation potenzieller Technologielücken können die Ergebnisse der NEFI_Lab Dekarbonisierungsszenarien dabei helfen, den Einfluss von Technologien und techno-ökonomischen bzw. regulatorischen Rahmenbedingungen auf die aus dem Innovationsprozess geborenen Ideen und Projekte abbilden und evaluieren zu können und leisten so einen weiteren wichtigen Beitrag am Weg zur Dekarbonisierung der österreichischen Industrielandschaft.